12 Jahre Erfahrung

Liebe Oberstdorferinnen, liebe Oberstdorfer!

Die Zeit vergeht, Erfahrung kommt. Zwölf Jahre bin ich nun im Amt. 2008
zum ersten Mal gewählt. Ich habe mich eingearbeitet, viel gelernt. Zugehört
habe ich und bin kritisiert worden, dass ich zu viel moderiere. Ich wollte die
Meinungen in Einklang bringen und so das beste Ergebnis erreichen. Bis
heute parteilos und unabhängig, habe ich mit wechselnden Mehrheiten im
Gemeinderat fast alles erfolgreich beschließen können. Ich habe eigene
Vorstellungen eingebracht und Ideen entwickelt und bin aber auch dafür
kritisiert worden. Ich wollte und will immer Sachpolitik. Ich war dankbar über
die außerordentlich erfolgreiche Wiederwahl in 2014 und habe wirklich Demut
gespürt. Ich bin überzeugt von unserem demokratischen System, das nach
Form und Inhalt mit Methode und Argumenten funktioniert. Nicht nach
übersteigertem Individualismus, dass es sich jeder hindrehen kann wie er
meint. So funktionieren keine Gemeinschaften. Diffamieren, diskreditieren,
und schlecht machen sind Erscheinungsformen die leider dazugehören,
sonst hätte eine Medaille wohl nicht zwei Seiten. Nicht alles läuft immer
optimal für einen, privat oder beruflich. Die Freien Wähler haben mich erneut
nominiert. Jeder der hier lebt, weiß um die Besonderheiten von Oberstdorf.
Der Zauber seiner Natur und Stille auf der einen Seite und das Dorf mit
seinen Angeboten auf der anderen Seite, sind Beispiele für die Bandbreite
und ungeheure Vielfalt bei uns. Ein Dorf mit Zugehörigkeit und Gemeinschaft,
freiwilligen Feuerwehren und Vereine die durch Familien und Ihre Unterstützung
geprägt werden. Eine Kultur, die mit Musikkapellen und Trachtenverein
ihr Fundament hat und die gleichzeitig offen sind sich zu entwickeln.
Eine Land- und Alpwirtschaft, die unsere starke Tourismus-Wirtschaft
unumstritten als Grundlage anerkennt. Und eine Gemeinschaft, die große
Hochachtung für die Mitbürger hat, die sich für uns alle ehrenamtlich
engagieren. Hilfsorganisationen und stille Helfer, die andere dankbar
machen und wenig Dank fordern. Menschen mit Charakter. Ortsteile und
Täler, die uns reich machen. Ein wunderbares Bergdorf zum Leben
und zum Arbeiten. So geht es mir und deswegen trete ich gern wieder als
Kandidat für das Amt des 1. Bürgermeisters an. Wir haben gemeinsam
vieles geleistet und manch größeres liegt vor uns auf der Wegstrecke.
Ich würde mich freuen, wenn Sie es mir noch einmal zutrauen.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr


Laurent O. Mies

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