Natur bewahren heißt Grenzen respektieren

Warum Landschaftschutz in Oberstdorf so wichtig ist

Oberstdorf lebt von seiner einzigartigen alpinen Landschaft – und genau deshalb müssen wir sie schützen. Die Berge sind kein Freizeitpark, sondern ein
wertvoller Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Menschen.


Unser Ziel: Naturerlebnis ermöglichen, ohne die Natur zu gefährden. Das gelingt nur mit Respekt, Rücksicht und echter Zurückhaltung – von Gästen wie Einheimischen.

Rücksicht auf Wildtiere und Weidevieh
Wildtiere und Weidevieh reagieren empfindlich auf Störungen.
Darum setzen wir auf klar markierte Routen, mehrsprachige Infotafeln und digitale Hinweise in Ferienwohnungen, Hotels und Gästekarten.

Ruhezonen klar erkennen und respektieren
Einige Bereiche brauchen ganzjährig oder saisonal ausgewiesene Ruhezonen. 
Einheitliche Beschilderung (siehe Beispiel DAV – „Skibergsteigen umweltfreundlich“) hilft Wanderern, Skitourengehern und Schneeschuhläufern, diese Bereiche zu erkennen und zu respektieren.

Deshalb setzen wir weiterhin auf Aufklärung und gelenkte Wegeführung und Naturführungen.
Gemeinsam mit Forst, Jagd und Naturschutz entsteht so ein Netz aus sicheren Rückzugsräumen – gerade im Winter überlebenswichtig.

Auch Stillach, Trettach und Breitach sind wertvolle Lebensräume für brütende Vögel, Fische und sensiblen Uferbewuchs.

Brut- und Rückzugsbereiche müssen weiterhin klar gekennzeichnet und sensible Abschnitte geschützt werden.

Partnerschaft mit der Land- und Alpwirtschaft
Wir wollen auch die Land- und Alpwirtschaften unterstützen, die mit ihrer traditionellen Form der Landbewirtschaftung die sensiblen Bereiche kennt und achtet.

Hundekot – eine unterschätzte Gefahr
Was vielen nicht bewusst ist: Hundekot auf Wiesen kann schwere Krankheiten bei Kühen auslösen und sogar Lebensmittel gefährden.
Mit eindeutiger Kommunikation, Hinweisschildern an allen Übergängen und mehr Hundekotstationen wollen wir Touristen wie Einheimische sensibilisieren und diese Gefahr minimieren.

Regeln funktionieren nur, wenn es passende und faire Alternativen gibt. Darum stellen wir uns ehrlich die Frage:
Was bietet Oberstdorf eigentlich für die hohe Hundesteuer?

Wir planen eine zentrale, eingezäunte, naturnahe Hundefreilauffläche außerhalb von Wohngebieten – mit Sitzmöglichkeiten, Wasserstelle und Raum zum Spielen. Sie entlastet Wiesen, Felder und Spazierwege und schafft einen legalen Ausgleich für Hundebesitzer. Auch Gemeindeflächen könnten dafür genutzt werden.

Die Anlage und Pflege eines Hundefreilaufs soll transparent und gemeinschaftlich getragen werden. Denkbar ist eine kleine Hundepauschale bei Anreise oder ein Spendenmodell, unterstützt von lokalen Betrieben und Tierfreunden. Jeder Beitrag fließt direkt in Hund & Naturschutz – klar nachvollziehbar, fair und zukunftsorientiert.

Wissen schafft Akzeptanz
Regeln schützen nur, wenn man sie kennt. Deshalb setzen wir auf eine einheitliche, mehrsprachige Informationslinie – bereits bei der Buchung, bei der Anreise und vor Ort.
Natur- und Tierschutz gehören zur Oberstdorfer Identität. Wir sprechen das klar aus: ohne Verniedlichung, aber immer einladend und verständlich.

Verantwortung für heute und morgen
Oberstdorf lebt von seiner Natur – und trägt Verantwortung für sie. Langfristiger Schutz geht vor kurzfristiger Nutzung. Entscheidungen treffen wir mit Blick auf kommende Generationen – im Dialog mit Landwirtschaft, Tourismus, Hundebesitzern und Naturschutz.
Denn nur wenn wir die Natur als schützenswertes Gut begreifen, bleibt Oberstdorf das, was es heute ist: ein Ort voller Leben, Ruhe, Vielfalt – und echter alpiner Schönheit.